Raumwelten 2021: Erste Speaker und Highlights

13.10.2021 11:47

Raumwelten 2021

Unter dem Motto „Raum für Zufälle“ findet vom 17. bis 19. November 2021 bereits die zehnte Ausgabe von „Raumwelten – Plattform für Szenografie, Architektur und Medien“ statt, als HYBRID-Veranstaltung vor Ort in der Karlskaserne und online unter www.raum-welten.com (online ab 16.11.2021) mit Live-Stream, Mediathek mit Architekturfilmen und einer Networking-Plattform.

Tickets sind über den Online-Ticketshop erhältlich. Für das breite Publikum gibt es ab dem 14.11. in Ludwigsburg bei Raumwelten Public Szenografie mit u. a. einem Architektur-Filmprogramm, Ausstellungen sowie Familien-Workshops zu erleben.

Programm für die Branche
Unter dem Motto „Raum für Zufälle" entdecken die Raumwelten 2021 zusammen mit ihren nationalen und internationalen Speakern und in ihren Workshops und Lectures den Zufall als unplanbare und deshalb unglaublich spannende Variable im szenografischen und architektonischen öffentlichen und digitalen Raum, der uns umgibt. 2021 werden die Raumwelten selbst zum Zufalls-Labor. Die Speaker werden in sehr unterschiedlichen, teils spielerischen, teils performativen Vortragsformaten auftreten. Mit ihren in diesem Jahr „Tische“ genannten Panels und einer ganz neuen eigens entwickelten Szenografie generieren die Raumwelten Kurator*innen intensive, unerwartete und unvorhersehbare Formate und Interaktionen zwischen Speakern und Publikum. Am Vormittag des 17.11.2021 findet online in Kooperation mit der MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg und der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart das Modul „Raumwelten New Business“ statt – eine Matchingplattform, bei der Start-Ups und etablierte Unternehmen vor Investoren ihre innovativen Projektideen im Kontext von Kommunikation im Raum pitchen und sich anschließend in vorab geplanten One-to-One Meetings vernetzen können. Am 19.11.2021 spricht Mats Dekock (Architekt, Visual Artist, WERKTANK, Brüssel) in seiner Keynote über „Transmedia Architecture – Reconstructing Marienbad and other transmedia projects“. Mit weiteren Keynotes, Special Lectures und Special Talks sind u. a. Christian Kerez (Architekt, Zürich, Berlin), Pelin Tan (Soziologin, Batman University, Batman), Thorsten Erl (Architekt, Stadtplaner und Stadtforscher, Universität Siegen), Monika Gonser (DHBW, Leiterin Intersectoral School of Governance Baden-Württemberg, Heilbronn) und Lars Ohlendorf (WESOUND, Hamburg) bei Raumwelten zu Gast. Zu einem gemeinsamen, entspannten „Szenografischen Spaziergang“ lädt Sven Klomp (Szenograf, Hamburg) ein. Außerdem wird es zum Abschluss von Raumwelten am Freitagabend (19.11.) wieder das Ambient LAB Festival geben, in Zusammenarbeit mit dem Popbüro der Region Stuttgart.

Infos zu den ersten Speakern unter https://www.raum-welten.com/speaker/


Die Themenschwerpunkte der Konferenz

Tisch Szenografie „Der Mensch als Zufallsgenerator von inszenierten Räumen“ Kuratorinnen Janina Poesch und Sabine Marinescu (PLOT, Stuttgart):
Gerade in der inszenierenden Disziplin der Szenografie wird heute absolut nichts mehr dem Zufall überlassen: Alles wird ins rechte Licht gerückt, olfaktorisch und akustisch in Szene gesetzt sowie räumlich auf den Punkt gebracht. Um bestimmte Inhalte, Themen, Marken(-werte) und Produkte bestmöglich wirken zu lassen und alle Komponenten in den idealen Einklang zu bringen, sind die Räume detailliert ausdefiniert. Doch Raum erzeugt Raum: Was als geschlossenes System wirkt, lässt auch unendlich viele Möglichkeiten offen – dank Interaktion und Intervention, Partizipation und aktivem Handeln der Nutzenden verändern sich das Raumbild sowie das Gesehene bzw. Gelernte mit jedem Mal. Dabei werden neue Prozesse sowie neue Impulse erzeugt, die weitere (un) kalkulierbare Kausalketten in Gang setzen: neue Gedanken, neue Konstellationen, neue Kooperationen, neue Kreationen. Meist sind es also die Menschen in diesen Szenerien, die „Zufälle“ provozieren und durch Begegnung, Experiment, Teilhabe, Disruption, Entdeckungen und Perspektivwechsel neue, unberechenbare Räume entstehen lassen.

Diese Möglichkeitsräume möchten wir untersuchen, dabei die Gestaltenden zu Wort kommen lassen, die sie generieren und klären, wie diese „Zufälle“ geplant werden können. Denn schlussendlich lebt die Szenografie ja vom Zufall – und vom Staunen über kausale Zusammenhänge …

Speaker u. a. Stefan Kaegi (Regisseur, Rimini Protokoll, Berlin), Frauke Gerstenberg (Architektin, raumlaborberlin, Berlin), Frank und Patrik Riklin (Atelier für Sonderaufgaben, St. Gallen), Sibylle Lichtensteiger (Stapferhaus Lenzburg)

Weitere Infos unter https://www.raum-welten.com/programm/konferenz/tisch-1-szenografie/


Tisch Architektur „Zufall als (digitale) Entwurfsstrategie“ Kurator Tobias Wallisser (L.A.V.A. – Laboratory for Visionary Architecture, Stuttgart/Berlin)
Fragt man Entwerfer*innen, ob Teile ihrer Entwurfsprozesse zufallsbedingt seien, wird die Antwort wahrscheinlich einen komplexen Zusammenhang von menschlicher Intuition, digitalen Medien, Aussagen zu Autorenschaft und Vorstellungen über den Begriff der „Realität“ beinhalten. Basierend auf einer Reihe von Präsentationen soll die Frage erörtert werden, welche Rolle Zufälle beim Entwerfen räumlicher Strukturen spielen und wie Unplanbares zu gestalterischer Qualität wird. Sind es nicht gerade die „zufällig“ entstandenen Aspekte von Projekten, also diejenigen, die nicht am Anfang der Planung standen, die Geschichten und Erinnerungen schaffen, die die Räume bereichern? Ist die Abwesenheit von Vorhersehbarkeit mittels computerbasierter Prozesse steuerbar geworden?

(RMIT, School of Architecture & Urban Design, Melbourne)

Weitere Infos unter https://www.raum-welten.com/programm/konferenz/tisch-3-architektur/




Tisch Medien „Möglichkeitsräume und Immaterielle Zufallsräume“ Kuratorin Charlotte Tamschick (TAMSCHICK Media + Space, Berlin)
Wie entstehen und woraus entstehen Räume? Welche immateriellen „Baumaterialien“ erzeugen zufällige Erlebnisse, Bewegungen und Wahrnehmungen bei den Menschen, die sich darin bewegen? Wie können diese Zufallsräume zu neuen Möglichkeitsräumen werden? Düfte, Farben, Lichtstimmungen, Klänge lösen direkt Emotionen und Erinnerungen aus und haben einen Einfluss darauf, wie wir uns fühlen, wie wir Orte wahrnehmen und uns als Menschen verhalten. Mit Beispielen performativer, immaterieller und spielerischer Raumveränderungen entsteht ein vielfältiges Panel, das die Flüchtigkeit und Zufälligkeit von Raum thematisiert. Kulinarische Schlaraffenländer, Raum-Duft-installationen, Soundspaces und begehbare Lichtskulpturen bilden nicht-materielle Raum-Welten. Neue spielerische Strategien, Disziplinen und Methoden im Prozess der Raumgestaltung lassen zudem ganz neue Möglichkeitsräume entstehen.

Speaker u. a. Jörg Sellerbeck (Raumkulinarik, München), Moritz Gekeler (HPI School of Design Thinking) Weitere Infos unter: https://www.raum-welten.com/programm/konferenz/tisch-4-medien/

 

Hochschulen und Wirtschaft „Formate für sinnvolle Zufälle“ Kurator Jean-Louis Vidière Ésèpe (Freelance-Konzepter, Szenograf, Creative Director) Der Kurator entwickelt gemeinsam mit dem Ludologen Jens Junge ein interaktives Spieleformat für das Publikum, das als eine Art „Interlude“ (Zwischenspiel) die unterschiedlichen Beiträge und Tische der anderen Kurator*innen miteinander verbindet. Hier wird das szenografische Format selbst zum Zufallsgenerator, der mit klar definierten Parametern wie Zeit, Ort, Anzahl von Personen und Aktionen, eine unbegrenzte Anzahl von Variationen ermöglicht, die auf den ersten Blick zufällig erscheinen.

Weitere Infos unter: https://www.raum-welten.com/programm/konferenz/tisch-2-hochschulen-wirtschaft/

Raumwelten Public
Die Programmpunkte von Raumwelten Public machen Szenografie und Architektur auch für das breite Publikum erlebbar. Am 14.11.2021 findet der Raumwelten Familientag statt – mit Workshops und Filmvorführungen für Vorschul- und Grundschulkinder. Vom 16. bis 21.11. werden die beiden Ausstellungen „Creative Pathways – After Beckett“ (in Zusammenarbeit mit der Botschaft von Irland in Berlin und fünf Hochschulen aus Irland und Deutschland) sowie Mats Dekocks „Reconstructing Mariënbad“ (als Teil der Ausstellung „24 Räume pro Sekunde“, die in der Architekturgalerie am Weißenhof in Stuttgart stattfindet) präsentiert. Im Raumwelten-Kino sind am 20. und 21.11. im Central Filmtheater in Ludwigsburg u. a. die „Crazy Little Inventions“ – Die TV-Experimente von Samuel Beckett zu sehen, erstmalig aufbereitet für die große Leinwand!                                                      

Raumwelten Tickets: Onsite und Online Mit den Raumwelten HYBRID Tickets (Onsite und Online) können Teilnehmer*innen – unter Einhaltung von Hygienevorschriften an allen Veranstaltungen der Konferenz inklusive den „ABC der Szenografie“-Workshops, den Projektpäsentationen im Modul „New Business“ sowie den Keynotes und Special Lectures teilhaben. Für 255 Euro (Early Bird bis 13.10.2021, danach 299 Euro regulär) sind darin ebenso inbegriffen das Konferenzcatering, das Kinoprogramm, die Ausstellungen, der Zugang zu Raumwelten Online (16.-28.11.2021). Für Studierende ist der Konferenzpass für 99 Euro (Early Bird bis 13.10.2021, danach 115 Euro regulär) erhältlich. Der Zugang zu Raumwelten Online für 65 Euro bietet exklusive On Demand-Angebote und ausgewählte Konferenz-Vorträge im Live-Stream (17.-19.11.2021) inklusive Q&As. In der Mediathek können die Inhalte bis 28.11.2021 abgerufen werden. Für internationale Teilnehmer*innen wird Raumwelten vollständig auf Englisch verfügbar sein.

Alle Tickets sind über den Ticketshop unter https://www.raum-welten.com/tickets/ erhältlich.

Raumwelten ist eine Veranstaltung der Film- und Medienfestival gGmbH in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart