HFF Filmischer Raum Abt. III, Christian Flörs, Dipl. Ing. und Szenograf
HFF Filmischer Raum Abt. III, Dipl. Ing. Christian Flörs, Dipl. Film- und Fernseh- szenenbildner und Szenograf

Szenografische Übung: Wettbewerb für ein neues Set im Filmstudio der HFF München

 

 

Im Rahmen der erfolgreichen Kooperation zwischen der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF München) und der Technischen Universität München entstand ein gemeinsames Projekt der Fakultät für Architektur der TU München und der Hochschule für Film und Fernsehen: Regie-Studierende der Abteilung III unter der Leitung von Herrn Prof. Gruber und Architektur-Studierende der TU München (Fakultät Architektur) entwickelten gemeinsam im Kurs "Szenografische Übung" von Christian Flörs Entwürfe für den Studiobau 2017/2018 und beteiligten sich engagiert am Wettbewerb.

 

 

HFF München Studiobau, Szenenbild, Szenografische Übung bei Christian Flörs
Unterrichtsankündigung "Szenografische Übung" der TU München, Wettbewerbsankündigung

Traditionell wird in dem großen Filmstudio der HFF jedes Jahr ein neuer Studiobau eingebaut, in dem die verschiedenen Abteilungen der HFF ihre Übungen abhalten. Die Aufgabenstellung des Wettbewerbs bezog sich auf diesen Studiobau. Das von der Abteilung III der HFF für Regie gestellte Thema für 2017 war der "missbrauchte Raum". Hier sollte ein Studiobau nach der vorliegenden Aufgabe, im Rahmen des Unterrichts bei Christian Flörs im TUM Wahlmodul "Szenografische Übungen", erarbeitet werden.  

 

 

Wettbewerb


Zum „missbrauchten Raum“:

Es gibt in der Welt der Räume sonderbare Verknüpfungen von Raum - Aussage, Bestimmung und der Verwendung. Räume, denen ursprünglich eine andere Nutzungen beim Bau zugedacht waren, werden nun vollkommen zweckentfremdet und mit neuen räumlichen Elementen ganz anders genutzt, also missbraucht.  Aufgabe war es einen solchen widersprüchlichen Raum zu entwerfen auf Grundlage der vorgegebenen Maße (Grundriss und Höhenschnitt) des Standortes im großen HFF Studio. Der zu entwerfende Raum zeichnet sich durch eine gewisse Widersprüchlichkeit von Materialien und Architektur sowie Möblierung und Dekoration aus. Auch die Menschen, die dort leben oder arbeiten haben mit dem ursprünglichem Nutzungsgedanken des Ortes nichts mehr zu tun. Widersprüchliche Räume könnten z.B. ehemalige Kirchenräume, alte Schwimmbecken, die als Bar genutzt werden und dergleichen sein. Eine Überhöhung der Widersprüchlichkeit des Raums mit unterschiedlicher Nutzung – jetzt und vorher – war gewünscht. Moderne Räume können einen Widerspruch haben. Es könnten aber auch Fahrzeuge und andere Nutzungsräume Arbeitsstätten sein. Fast könnte man meinen, dass sich die neue Rauminstallation wie ein Krebsgeschwür in eine vorhandene ausgeglichene Architektur eingenistet hat. Anderseits können natürlich auch Räume durch ihre Umnutzung auch aufgewertet werde. D.h. Räume die vorher minder attraktiv waren widerfährt mit der Belebung ein Aufblühen.  Beispielsweise kann ein öffentlicher Raum mit nackten Betonwänden zum sakralen Raum mit dramatischem Lichtspiel werden. Eine gewisse filmische bzw. bühnenartige Bespielbarkeit des Raumes ist zu inszenieren. 

Stimmungsbilder von Entwurfszeichnungen und -modellen der Studierenden des Wahlmoduls: Szenografische Übung der Fakultät Architektur der TU München


Gewinnerprojekt Studiobau HFF, Szenografische Übung
Vorne die Gewinnerinnen Dora Gorenak und Marie Kustermans (v. r. n. l.); hinten HFF-Regie-Prof. Andreas Gruber, Dipl. Ing. Christian Flörs und Künstlerischer Mitarbeiter HFF Christian Bach, Fotos: HFF

Ermittlung der Gewinner

 

Christian Flörs, Lehrbeauftragter an der Fakultät für Architektur und Dozent der HFF, hat mit Studierenden in seinem Wahlmodul „Szenografische Übung“ und in gemeinsamen Lehrveranstaltungen der HFF Abt. III im Rahmen eines Wettbewerbs zum Thema „Der missbrauchte Raum“ Studioentwürfe mit Modellen und Plänen erarbeitet.

Insgesamt konnte die Wettbewerbsjury 23 eingereichte Projekte der Studierenden bewerten. Besonders hervorzuheben ist es, mit wie viel Engagement die Studierenden an diesem Wettbewerb teilgenommen haben. 

Die Wettbewerbseinreichungen wurden zum Ende des Sommersemesters 2017 gesammelt und der vorgegebenen Jury zur Auswertung vorgelegt. 

Jury des Wettbewerbes an der HFF München war:

Prof. Gruber, Abt. III

Prof Fährmann, Abt. VII

Prof. Slansky, Abt. II

Prof. Kezele, Abt. III

Christian Bach, Künstlerisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter Abt. III

und Christian Flörs, Leiter Filmischer Raum Abt. III.

Unter den zahlreichen sehr guten Entwürfen wurde Anfang Juli 2017 das Gewinnerkonzept von der Fachjury gewählt. Die Jury wählte das Projekt „Abandoned Truck“ der beiden Incoming Students Dora Gorenak und Marie Kustermans der Fakultät für Architektur zum Siegerprojekt. Die Studentinnen erhielten darauf hin einen bezahlten Auftrag der HFF und sollten genaue Pläne für den Bau und die Umsetzung ihres Entwurfs erarbeiten.

Grundriss des HFF Studiobaus 2017 

HFF Studiobau Gewinnerprojekt, Abandoned Truck
Gewinnerprojekt "Abandoned Truck" von Dora Gorenak und Marie Kustermans

Realisierung

 

Anhand der Pläne und Skizzen der Gewinnerinnen wurde der Bau im September 2017 ausgeführt. Der Umbau des Studios erfolgte vom Gewinnerteam Dora Gorenak und Marie Kustermans selbst unter Anleitung des Betreuers Christian Flörs und mit Hilfe des Filmbau-Teams Kai Dahl.

Doch bis zum fertigen Set mussten zunächst einige Hürden genommen werden. So stellte der Entwurf, der einen verlassenen LKW, welcher in eine Kirchenmauer steckt, zeigt, das Team vor einige Herausforderungen.
Denn wie bringt man einen LKW ins Gebäude und passt der LKW wirklich durch die Türen der Hochschule? Kann der Boden das Gewicht des LKWs tragen? Mit solchen Fragen musste sich das Umbau-Team bei der Umsetzung erst einmal auseinandersetzen.

Das Projekt wird nun für die nächsten acht Monate als Kulisse für diverse Regie- und Kamera-Workshops an der HFF in München dienen.

 

 

Das Team

Das Umsetzungsteam Sommer 2017, v.l.n.r. Filmbau Dahl-Team Martin Schmitt, Kai Dahl, Dora Gorenak, Bettina Zirngiebel, Christian Flörs und Marie Kustermans.

Aufbauimpressionen im und vor dem Filmstudio I der HFF München

Studioumbau an der HFF München

 

360 ° Panorama des Studio-Sets

 

Impressionen des eingerichteten Sets Studio I HFF München


Studiobetrieb

Text: Christian Flörs (Dipl. Ing. Film- und Fernsehszenenbildner, Szenograf) Martina List (Dipl. Kulturwirtin)